Klage gegen diskriminierende Einlasskontrolle erfolgreich – Stadt muss jetzt reagieren!

Nach dem Urteil im Prozess wegen rassistischer Einlasskontrollen in Leipzig kann sich die Stadt nicht weiter verstecken und muss handeln. Auch wenn es zu begrüßen ist, das sich die Clubs nach den Einlasskontrollen durch das Antidiskriminierungsbüro Sachsen (ADB) selbst verpflichten zukünftig diskriminierendes Verhalten am Einlass zu unterbinden reicht dies nicht aus.“, so Norman Volger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen im Stadtrat Leipzig. 

„Bisher hat sich die Stadt immer hinter dem laufenden Verfahren versteckt und behauptet, dass es bei der Stadt keine Beschwerden gegeben hätte und ja nicht klar sei, ob an den Vorwürfen etwas dran sei. Mit dem Urteil ist nun klargestellt, dass es sich nicht um Märchen handelt, sondern um tatsächliche Diskriminierung, welche verboten ist. Ein Wegsehen ist spätestens jetzt nicht mehr vertretbar. Das Gewerbeaufsichtsamt ist in der Pflicht verbindliche Maßnahmen mit ALLEN Beteiligten (Clubbetreibern, ADB, Studentenrat) abzusprechen. Zukünftig müssen klare Regeln für derartige Vorfälle existieren, die Lösungen bringen ohne die Gerichte zu beschäftigen.“, so Volger abschließend.

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Zwangsheirat - Partnersuche für die Muko?

Der Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen veranstaltet am Dienstag, 22.5. um 20 Uhr in den Räumen der ehemaligen Diskothek im Schauspielhaus am Dittrichring eine Podiumsdiskussion zu Strukturveränderungen in der Leipziger Kulturlandschaft.

„Die drängenden Haushaltsprobleme der Stadt besonders im Kulturbereich und der enorme Investitionsstau an den Häusern Musikalische Komödie in Lindenau und Centraltheater zwingen uns, neue Lösungen zu prüfen“ sagt Wolfram Leuze, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen im Rathaus, Kulturausschussvorsitzender und Podiumsgast. „Die Variante Zusammenlegung von Muko und Centraltheater ist dabei eine spannende Option, die wir mal vor Ort diskutieren wollen“, so Leuze weiter. Deshalb findet die Diskussion auch in den ziemlich heruntergekommenen aber charmanten Räumen der ehemaligen Krachdisko am Ring statt. Einmalige Gelegenheit, die zur Zeit bizarr anmutenden Räume mal kennenzulernen, die für die neue Variante als Zweitspielstätte des fusionierten Hauses fungieren könnten.
Auf dem Podium sitzt auch Dr. Dehli von der Münchener Kulturberatungsfirma actori, der maßgeblich an der von der Stadt im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie zu Strukturveränderungen beteiligt war. „Von ihm erhoffen wir uns noch einmal einen frischen aber kenntnisreichen Außenblick auf uns Leipziger Kulturbewegten, der unser Gefühl für mögliche Veränderungen sensibilisiert“ sagt Kornelius Unckell, für Kultur zuständiges Vorstandsmitglied bei den Grünen, der die Veranstaltung auch moderieren wird.
Weiterhin werden Dr Ballweg vom Centraltheater und Stefan Dietrich von der Muko erwartet, die für die beiden an der Variante beteiligten Häuser sprechen werden. Nicht zuletzt werden Anja Richling, ehemalige Verwaltungsdirektorin am Gewandhaus und Ulrich Milde, LVZ, zwei ausgewiesene und langjährige Kenner der Leipziger Kulturszene für eine spannende Diskussion sorgen.

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Und wovon träumen Sie nachts?- SPD nominiert Jung als OBM“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig nehmen die Verlautbarungen der SPD Leipzig, den amtierenden Oberbürgermeister erneut ins Rennen zu schicken zum Anlass einige grundsätzliche Kritikpunkte an der Lobeshymne zur Sprache zu bringen.

„Der SPD steht es natürlich frei, wen sie nominiert aber bei der Begründung sollte ein wenig mehr auf Realität geachtet und weniger in Traumwelten gewandelt werden“, so Jürgen Kasek, Vorstandssprecher BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Leipzig.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hängt vor allem mit dem demographischen Wandel zusammen und damit, dass deutlich mehr Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt verlassen als neu hinzukommen. In Leipzig ist die Arbeitslosigkeit weniger stark gesunken ist als in anderen Landesteilen von Sachsen. Ein Großteil der entstandenen Arbeitsplätze in Leipzig sind zudem prekärer Natur. Es fehlt nach wie vor an einer zielgerichteten Mittelstandsförderung, um kleinere mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden müssten, zu fördern.

Fehlende Führungsstärke hat der amtierende OBM vor allem bewiesen, indem er die Erkenntnisse über die herrenlosen Häuser scheibchenweise an die Öffentlichkeit gibt und an den Verantwortlichen des Skandals festhält. Unvergessen ist in diesem Zusammenhang auch die gescheiterte Abwahl des Kulturbürgermeisters, die im Zusammenhang mit der derzeitigen unklaren Verwaltungsorganisation zum Schaden für die Kultur in der Stadt wird.

Der Anstieg der Bevölkerungszahlen hängt mit dem Trend zur Urbanisierung zusammen, wie er in ganz Deutschland zu beobachten ist. Auch Dresden hat einen positiven Wachstumssaldo.

Schnelles Handeln hat der Oberbürgermeister auch bei der Diskussion zur Umweltzone bewiesen, die bei einem frühzeitigen und entschiedenen Handeln, möglicherweise verhindert worden wäre. Aktuelle Probleme in der Stadt wie etwa das Thema Verkehrsführung, Klimaschutz, Energie ficht den amtierenden Oberbürgermeister nicht an.

Im Ergebnis ist damit festzustellen, die von der SPD dem amtierenden OBM zugeschriebenen Attribute korrespondieren nicht mit der Wirklichkeit.

„Wir halten es in aller Sachlichkeit für geboten, auf die Realität hinzuweisen, um die SPD nicht in die Falle der Autosuggestion laufen zu lassen- das wäre wirklich ein Schaden für Leipzig.“

 

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Grüne begrüßen Erlass einer Informationsfreiheitssatzung für Leipzig!

Aber: Der Vorschlag der Verwaltung ist nicht weitgehend genug! Wir fordern das Prinzip der maximalen Öffentlichkeit und Bürgernähe ein!

Im November 2010 hat die Grüne-Stadtratsfraktion ihren Antrag "Gläsernes Rathaus: Informationsfreiheitssatzung für Leipzig" in das Verfahren eingebracht. Der Stadtrat hat im März 2011 fast einstimmig der Stadtverwaltung den politischen Auftrag erteilt, eine Informationsfreiheitssatzung zu erarbeiten. Oberbürgermeister und Stadtverwaltung ließen sich viel Zeit für die Umsetzung des Ratsbeschlusses. Nun liegt die Beschlussvorlage den Stadträtinnen und Stadträten zur weiteren Beratung aber auch der Öffentlichkeit im Ratsinformationssystem (Vorlage-Nr.: DSV/ 1985/) zur Kenntnisnahme vor. Noch in der Juni-Sitzung der Ratsversammlung soll die Informationsfreiheitssatzung für die Stadt Leipzig  beschlossen werden.

Lange sah es nicht danach aus, dass die Stadt Leipzig als erste ostdeutsche Kommune und als zweite deutsche Großstadt eine Informationsfreiheitssatzung bekommen könnte.

Tim Elschner, Vorstandsmitglied der Leipziger Grünen, erinnert sich: "Im Rahmen einer Einwohneranfrage habe ich im Mai 2009 eine Informationsfreiheitssatzung gefordert. Denn, um den Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Schaar zu zitieren, eine solche stellt den zentralen "rechtlichen Hebel" für die Herstellung von Transparenz als Voraussetzung jeglicher Partizipation dar. Damals noch hat der zuständige Bürgermeister Müller keinen Bedarf an einer solchen gesehen. Insofern habe ich mich über den grundsätzlich bejahenden Verwaltungsstandpunkt zum Grünen-Antrag vom März 2011 gefreut. Aber die jetzige Vorlage zeigt nun aber, dass Politik stets ein starkes langsames Bohren von harten Brettern bedeutet, wenn es um mehr Transparenz und Partizipation geht."

Ingo Sasama, verwaltungspolitischer Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion ergänzt: "Bei Durchsicht des Verwaltungsvorschlages müssen wir nun bei aller Freude, dass die Satzung kommt, leider feststellen, dass der jetzt vorgelegte Entwurf nicht ausreichend dem Zweck einer solchen, nämlich den größtmöglichen Zugang zu Informationen zu ermöglichen, entspricht." Leider wurden weitergehende inhaltliche Ansätze aus anderen Gemeinden und Städten bezüglich kommunaler Informationsfreiheitssatzungen und aus den Informationsfreiheitsgesetzen einiger Länder nicht bei der Erarbeitung des Entwurfs aufgegriffen und damit durchaus vorhandene Handlungsspielräume hinsichtlich eines größtmöglichen Zugangs zu Informationen nicht genutzt."

Intention des Grünen-Antrages vom November 2011 war es, neben der Erarbeitung einer Informationsfreiheitssatzung auch die Etablierung einer proaktiven Veröffentlichung von unterschiedlichsten Informationen, wie zum Beispiel Dienstanweisungen, Gutachten, Geodaten, Baumkataster, Gerichtsentscheidungen oder Verträgen. Ziel: Förderung der Meinungs- und Willensbildung sowie Ermöglichen einer Kontrolle des Verwaltungshandelns.

"Deshalb wollte die Grüne-Stadtratsfraktion, dass der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, dies zu prüfen. Bedauerlicherweise war diese Forderung zum damaligen Zeitpunkt noch nicht durchsetzbar," resümiert Sasama. Mittlerweile beschäftigt sich allerdings auch eine Arbeitsgruppe mit der Weiterentwicklung des auch aufgrund der Grünen-Initiative 2006 eingeführten Ratsinformationssystems. Elschner hält dies auch für zwingend notwendig, denn Ziel muss sein, dass unterschiedlichste kommunale Informationen nicht nur irgendwie und irgendwo verstreut und eher zufällig ins Netz gestellt werden, sondern strukturiert, nutzerfreundlich und umfassend verfügbar sein müssen. Er bedauert, dass die Verwaltung noch nicht darauf eingerichtet ist, dass grundsätzlich jedes Dokument im Einklang mit Datenschutz und Rechten Dritter auch zur Veröffentlichung bestimmt ist. Seiner Ansicht bedarf es einer "Open Data"-Strategie der Verwaltung, denn Transparenz ist nicht eine Holpflicht der interessierten Öffentlichkeit, sondern eine Bringschuld der Verwaltung.

Für Sasama ist außerdem von größter Bedeutung, dass sich in den einzelnen Behörden die Erkenntnis durchsetzt, dass die frühzeitige Aufbereitung und Veröffentlichung von Informationen, zum Beispiel über große Planungsvorhaben, zu transparenten und deshalb eher konsensfähigen, effizienten und effektiven Entscheidungen führen wird. Da es oftmals in den Ämtern jedoch am Wissen fehlt, wie insbesondere Informationen nutzerfreundlich aufbereitet werden können, will er diesbezüglich die MitarbeiterInnen schulen lassen. Jede  Verwaltungsmitarbeiterin und jeder Verwaltungsmitarbeiter müssen nun außerdem mitdenken, welche Unterlagen und Informationen veröffentlicht werden können und lernen ihren Ermessensspielraum weitmöglichst im Sinne der Interessenten auszunutzen.

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wird mit Augenmaß, unter Berücksichtigung der Verwaltungspraxis und vor dem Hintergrund insbesondere der personellen, technischen wie finanziellen Möglichkeiten eine Reihe von Änderungs- und Ergänzungsanträgen stellen.

Einige Eckpunkte:

  • Einen Antrag auf Zugang zu Informationen soll jedermann stellen können, unabhängig davon, ob er Einwohner der Stadt Leipzig ist oder nicht. Außerdem sollen auch juristische Personen, Bürgerinitiativen und Vereine ein Antragsrecht erhalten.
  • Laut Vorlage dürfen Anträge auf Zugang zu Informationen nur schriftlich oder in elektronischer Form gestellt werden. Dies beeinträchtigt jedoch Menschen, die egal aus welchen Gründen, Probleme mit dem  Schreiben haben. Für uns ist hier ebenso wenig nachvollziehbar, weshalb die Stadtverwaltung diese unnötigen Barrieren aufbaut. Wir fordern deshalb: Die Antragstellung soll auch zur Niederschrift gestellt werden können.
  • Zu kritisieren sind des Weiteren die sehr großzügig gehaltenen Ausschlusskriterien: Erstens gilt der Informationsanspruch nicht für städtische Beteiligungsgesellschaften, an denen die Stadt mit mindestens einem Anteil von mindestens 50 % beteiligt ist. Oder für alle einer Aufsicht der Stadt Leipzig unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes. Dies ist für uns unverständlich, denn auch hier fließen Steuergelder der Leipziger BürgerInnen hin. Zweitens soll laut dem Entwurf grundsätzlich nur eingeschränkt Anspruch gewährt werden, wenn Informationen aufgrund von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen geheim zu halten sind. Wir meinen: Hier fehlt es an einer Abwägungsklausel, die eine Interessenabwägung möglich macht! Denn das Interesse der Allgemeinheit an der Offenlegung der Information  kann wichtiger sein, als das Geheimhaltungsinteresse von Stadtverwaltung, städtischen Eigenbetrieben oder städtischen Beteiligungsgesellschaften. Es sei denn bei den letzten beiden könnte durch eine Veröffentlichung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen ein wirtschaftlicher Schaden entstehen. So wollen wir in diesem Zusammenhang in der Informationsfreiheitssatzung geregelt haben, das künftig Verträge der Daseinsvorsorge grundsätzlich veröffentlicht werden können.
  • Darüber hinaus fordern wir, um das Informationsrecht nicht zu behindern, dass mündliche und einfache schriftliche Auskünfte auch bei Aushändigung von wenigen Abschriften grundsätzlich gebührenfrei sein müssen. Dies vor dem Hintergrund, dass bereits heute schon Einwohneranfragen gebührenfrei sind und dementsprechende Tätigkeiten ohnehin ständiges Verwaltungshandeln sind.
  • Um interessierten Personen die Antragstellung weiter zu erleichtern, aber auch die Verwaltung zu entlasten, schlagen wir vor, eine zentrale Anlaufstelle zu etablieren.
  • Des Weiteren wollen wir in der Informationsfreiheitssatzung das Prinzip der maximalen Öffentlichkeit verankert wissen. Dass heißt, alle rechtlichen Ermessensspielräume werden ausgeschöpft, um eine frühestmögliche elektronische Veröffentlichung aller den Entscheidungsprozessen des Rates zugrunde liegenden Informationen zu ermöglichen.
  • Auch wäre es unseres Erachtens sinnvoll, eine Schiedsstelle einzurichten. Diese könnte der kommunale Datenschutzbeauftragte sein.

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Arbeitsmarkt in Sachsen – die aktuellen Zahlen geben Anlass zur Sorge

Am 16. Mai soll der Abschlussbericht des Jobcenters Leipzig für das Jahr 2011 im Leipziger Stadtrat vorgestellt werden. Zwar hat sich die Zahl der Arbeitssuchenden verringert, die Integrationsquote konnte ebenso erhöht werden, wie die Reduzierung der Langzeitarbeitssuchenden. Dennoch geben die Zahlen Anlass zur Sorge. Denn Leipzig bleibt, was auch der Sozialreport 2011 und die Bürgerumfrage 2011 erkennen lassen, Niedriglohnland. Die Wortgruppe „Arm durch Arbeit“ gilt in Leipzig im sprichwörtlichsten Sinne.
Bereits jetzt ist zu konstatieren, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allen Dingen eine Auswirkung des demographischen Wandels ist. Bereits seit Januar 2012 scheiden mehr Menschen aus, als tatsächlich in den Arbeitsmarkt hineinkommen.
Zwei parallel laufende Entwicklungen sind erkennbar: Einerseits steigt der Fachkräftebedarf
mit positiven Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen und neuen Perspektiven für
bislang vom Arbeitsmarkt ausgeschlossene Menschen. Andererseits erreicht diese Trendwende nicht alle. Von den ca. 70.000 langzeitarbeitslosen Menschen in Sachsen etwa gelten ca. ein Drittel als nicht direkt auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar. Vor diesem Hintergrund sind auch die Zahlen des Sozialreports Leipzig zu sehen und die Armutsquote in der Stadt.
So warnt Monika Lazar, Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN:
„Ein sicherer, zukunftsfester Arbeitsplatz mit fairem Lohn ist für viele Menschen gerade in Leipzig nur ein Traum. Dagegen prägen zunehmend Lohndumping, unsichere Arbeitsverhältnisse und gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen unsere Arbeitswelt. Das hat Folgen nicht nur für den Einzelnen, sondern birgt auch gesellschaftlichen Sprengstoff: Die wachsende Kluft zwischen normaler, prekärer und fehlender Beschäftigung gefährdet unser gesellschaftliches Für- und Miteinander.“
„Leipzig und der Freistaat müssen sich dringend stärker mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen und Lösungen entwickeln. Neben zielgerichteten Strategien zur Gewinnung von Fachkräften brauchen wir Maßnahmen, die Menschen, die bislang vom ersten Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, über einen staatlich geförderten Arbeitsmarkt in die Gesellschaft integrieren und auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt unterstützen. Dem Fachkräftemangel können wir nur wirksam begegnen, wenn wir auch die Qualität der Arbeitsplätze, wie z. B. Standards für faire Jobs oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, in den Blick nehmen. Die sächsische Niedriglohnpolitik der vergangenen Jahre ist keine Antwort auf die kommenden Herausforderungen. Im Gegenteil, sie wird die Probleme weiter verschärfen.“, so Miro Jennerjahn, arbeitmarktpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Sachsen.
Die vorzeitige Beendigung des Kommunal-Kombi, die Ablehnung der Bürgerarbeit-Projekte, eine Absage an den Mindestlohn, gepaart mit dem Glauben, der Markt würde es schon richten – dies ist eine gefährliche Mischung, die nicht nur den sächsischen Bürgerinnen und Bürgern schadet, sondern auch der sächsischen Wirtschaft langfristig nicht den erwünschten Wettbewerbsvorteil, wohl aber einen verschärften Fachkräftemangel und demotivierte – weil verunsicherte – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringt.

Auch Leipzig müsste hier mit einem umfassenden Konzept zur Beschäftigungsförderung deutlicher Ziele setzen und die Förderung von Arbeitssuchenden unterstützen. Hinzu müsste eine entsprechende Wirtschaftsförderung treten, die gerade Existenzgründer und kleinere, mittelständische Unternehmen unterstützt. Davon ist bislang nichts zu merken.

Unter den aktuellen Bedingungen sind daher die Zielmarken die das Jobcenter in seinem Bericht ausweisst, gerade bei der Frage der Reduzierung der Kosten der Unterkunft nicht zu erreichen und Leipzig bleibt bis auf weiteres an das unschöne Ettiket „Reich an Armut“ gebunden.

Hintergrund: Am 16.05.2012 findet die Veranstaltung „Arbeitsmarkt in Sachsen – chancengerecht und zukunftssicher statt“. Auf dem Podium werden neben Monika Lazar und Miro Jennerjahn, auch Attila Peeck-Preimusz (DGB) und Alexander Lohse (Bundesverband Mittelständische Wirtschaft) Platz nehmen. Beginn ist 19 Uhr im Haus der Demokratie.

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„Wir können auch anders“ Grüne laden zur Verkehrskonferenz am 15.5.2012

Landtagsfraktion und Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN laden für Dienstag, 15.5. um 18 Uhr in die Aula der Alten Nikolaischule zur Verkehrskonferenz ein.

Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt: „Die Verkehrspolitik in Sachsen ist umweltpolitisch ein Trauerspiel. Dass sich Verkehrsminister Morlok weigert, die Bundesmittel für den Nahverkehr den Aufgabenträgern zur Verfügung zu stellen, ist skandalös. Offenkundig braucht die Landespolitik mehr Druck von den Kommunen als Aufgabenträgern des öffentlichen Verkehrs. Wir müssen weitere Streckenstillegungen verhindern, nur so kann umweltfreundlicher Verkehr gewährleistet werden.“

Experten und Bürger werden auf der Verkehrskonferenz in Leipzig diskutieren, wie man den Verkehr in der Stadt umweltgerechter organisieren kann. Im Podium zum Leipziger Verkehrskonzept stellen sich der Diskussion LVB-Chef Ulf Middelberg, OBM-Kandidat Prof. Dr. Felix Ekardt und Alexander John vom ADFC Leipzig.

Im zweiten Podium darf über den Tellerrand geblickt werden. Wie lösen andere Städte ihre Verkehrsprobleme? Als Experten werden Willi Loose vom Bundesverband CarSharing e.V. und Prof. Heiner Monheim von der Uni Trier erwartet. Die Foren werden moderiert von Gisela Kallenbach und Eva Jähnigen, beide Mitglieder der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag.

Der Leipziger Stadtrat hat schon viele Beschlüsse zur „autoarmen Innenstadt“ gefasst, will dem Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr den Vorrang geben. Allein die Umsetzung fällt schwer. Gleichwohl sind die zentralen Parkhäuser gut belegt und keineswegs nur von auswärtigen Gästen. Der Anteil von Auto- und Motorradfahrten an den zurück gelegten Wege liegt bei rund 40 Prozent, Bus und Bahn liegen bei 19 Prozent. 14 Prozent aller Wege werden per Rad zurückgelegt, zu wenig wenn man sich die ideale Topographie der Stadt vor Augen hält. Münster kommt im Vergleich auf 50%.
200.000 PKW sind in Leipzig angemeldet. Die wollen gefahren und geparkt werden, in Stadtteilen wie Schleußig stöhnen die Bewohner unter der Parkplatznot auch wenn gerade da von vielen Haushalten mehr als ein Fahrzeug gehalten werden.
Die Stadtentwicklungsstrategien sind oft widersprüchlich. Themen wie die Umweltzone, der City-Tunnel oder der geplante Ausbau der Karl-Liebknecht-Straße werden kontrovers diskutiert. Im Rahmen des Bürgerwettbewerbs für das Leipziger Verkehrskonzept werden Ideen für kreative Lösungen gesucht. 
Zeit für einen Blick nach vorn und über den Tellerrand hinaus:
Welche Maßnahmen sind auf landespolitischer und kommunaler Ebene notwendig, um Mobilität für alle zu ermöglichen? Wie lassen sich Abgase, Stickoxide, Feinstaub und Lärmbelästigungen reduzieren? Welche Ideen gibt es in anderen Kommunen?
Anlass für die Grünen, auf einer regionalen Verkehrskonferenz in Leipzig GRÜNE Ideen für eine Mobilität von Morgen zu diskutieren

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Ein baldiger Rückzug im Interesse aller - GRÜNE Fraktion fordert personelle Konsequenzen im Fall der Herrenlosen Häuser

Das Ansehen der Stadt Leipzig in der breiten Öffentlichkeit Deutschlands ist durch den rechtswidrigen Umgang der Verwaltung unserer Stadt mit den sogenannten herrenlosen Häusern erheblich beschädigt worden. Für alle politisch Verantwortung tragenden Gremien dieser Stadt wäre das vom Rechtsamt angerichtete Desaster schon seit dem Jahresbericht 2000 des Rechnungsprüfungsamtes zu erahnen gewesen. Dramatisch ist aber, dass trotz dieses frühzeitig aufgezogenen Warnsignals, die allein dafür zuständige Dienst- und Fachaufsicht des für das Rechtsamt zuständigen Dezernates Allgemeine Verwaltung restlos versagt hat. Und hierfür trägt der Erste Bürgermeister Andreas Müller die politische Verantwortung.

Politische Verantwortung heißt auch, die Konsequenzen aus der unterlassenen Dienst- und Fachaufsicht zu ziehen. Wir haben Verständnis, dass der nunmehr geforderte Rücktritt angesichts der Verdienste, die sich Bürgermeister Müller in seiner 22-jährigen Amtszeit erworben hat, bitter ist. Jedoch muss festgestellt werden, dass an ihm kein Weg mehr vorbei führt.

Durch die versäumte Dienst- und Fachaufsicht des Bürgermeisters wurde das Vertrauen einer breiten Öffentlichkeit in die Integrität des Rechtsamtes der Stadt stark beschädigt. Zur Wiederherstellung des notwendigen Vertrauens in das Rechtsamt ist ein personeller Neuanfang auch in dessen Dienst- und Fachaufsicht unabdingbar. Es liegt nunmehr an Bürgermeister Müller, aber auch am Oberbürgermeister, diese notwendige Zäsur in der Leitung des Dezernates Allgemeine Verwaltung in der gebotenen Würde zu vollziehen. Es wäre bedauerlich, wenn die Sicht auf die Verdienste von Bürgermeister Müller um die Stadt durch ein unwürdiges Feilschen um die notwendigen politischen Konsequenzen aus seiner mangelhaften Dienst- und Fachaufsicht verdunkelt würde. Ein baldiger Rückzug von Bürgermeister Müller aus dem Amt ist ein Gebot der politischen Vernunft.

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Grüner Stadtbezirksbeirat kritisiert öffentlich-rechtlichen Vertrag zum geplanten Parkhaus Käthe-Kollwitz-/Thomasiusstraße

Voraussichtlich Mitte 2012 soll die für den beabsichtigten Bau eines weiteren Medizinischen Versorgungszentrums, kombiniert mit einem Vollsortimenter sowie einem ca. 350 Stellplätze umfassenden Parkhaus, an der Ecke Käthe-Kollwitz-Straße/Thomasiusstraße notwendige Änderung des Bebauungsplanes Friedrich-Ebert-Straße öffentlich ausgelegt werden. Im Vorfeld dazu, will die Stadt mit dem Investor einen Vertrag zum Parkhaus abschließen. Da maximal 290 Stellplätze künftig öffentlich sein sollen, will die Stadt das Bauvorhaben „Parkhaus“ mit max. 1,2 Mio. Euro aus der zweckgebundenen Rücklage „Stellplatzablösebeiträge“ unterstützen. Bevor der Verwaltungsausschuss darüber Anfang Juni 2012 endgültig entscheiden soll, wurde die Vorlage des Oberbürgermeisters auf der letzten Sitzung des Stadtbezirksbeirates Mitte beraten. 

Die Stadt begründet die finanzielle Unterstützung des Bauvorhabens damit, dass der „hohe Parksuchdruck“ im Umfeld der Kneipenmeile Gottschedstraße, der Kultureinrichtungen Scala und Centraltheater sowie der Medica-Klinik durch die Bereitstellung von max. 290 öffentlichen Stellflächen im Parkhaus abgebaut werden könne. 

Weshalb die Stadt die Notwendigkeit von max. 290 öffentlicher Stellplätze neuerdings erkennen mag, erschließt sich Tim Elschner, Mitglied des Stadtbezirksbeirates Mitte von Bündnis 90/Die Grünen nicht: „Ich vermisse belastbares Datenmaterial für diese Annahme. Ein Bedarfsgutachen, dass diese Behauptung stützen würde, konnte nicht vorgelegt werden.“ 
Elschner hält es in diesem Zusammenhang zwingend notwendig, die ganztägige Auslastung der Parkhäuser und Tiefgaragen insbesondere im Umfeld der Gottsched- und Bosestraße bei den jeweiligen Betreibern abzufragen und zu analysieren. Er verweist auf die dort  vorhandenen zahlreichen Parkmöglichkeiten im Radius von 600 Metern. 

Elschner moniert außerdem, dass es des Weiteren keine konkrete Aussagen hinsichtlich einer etwaigen  Parkraumbewirtschaftung im Umfeld des geplanten Parkhauses gibt. Denn bekanntlich kann nur mit einem zielgerichteten Konzept zur Parkraumbewirtschaftung der Parksuchverkehr auch wirksam abgebaut werden und gegebenenfalls in das Parkhaus gelenkt werden. 
Elschner gibt deshalb weiter zu bedenken: „Ein Parkhaus in das nachher keiner fährt, ist auch keine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt wert.“ 

Elschner zeigt sich darüber hinaus mehr als verwundert über die konkreten Festlegungen im Vertragstext hinsichtlich öffentlicher Stellplätze und insbesondere Stellplätzen, die dauerhaft an Anwohner vermietet werden sollen. Vertraglich soll dem Bauherrn eine Dauervermietung von nun nur noch 58 Stellplätzen erlaubt werden. Die vertraglichen Angaben stehen in offensichtlichen Widerspruch zum Bauantrag, zum Lärmschutzgutachten vom Mai 2011 und zu den Aussagen des Investors auf dem Bürgerforum vom 10. November 2011. 

Wollte der Investor Johann Wagnermeyer mit dem geplanten Parkhaus nicht insbesondere Stellplätze für Anwohner schaffen? Bauantrag und Lärmschutzgutachten vom Mai 2011 gehen jedenfalls von 274 Stellplätzen allein für Anwohner aus. 

Auch auf dem Bürgerforum vom 10. November 2011 bekräftigte Johann Wagnermeyer nochmals sein Ansinnen und warb dementsprechend für das geplante Bauvorhaben. Der Bedarf an Anwohnerparkplätzen im Umfeld des Bauvorhabens sei groß, ließ er interessierte Bürgerinnen und Bürger wissen. Er unterlegte dies in der Veranstaltung außerdem mit konkreten Zahlen: Die 84 Stellplätze auf dem Bauareal seien derzeit komplett vermietet. Bereits weitere 72 Interessenten hätten sich für einen Stellplatz zudem auf ein Warteliste setzen lassen. 

Für Elschner sind deshalb die jetzt im Vertragstext gemachten konkreten Festlegungen schlicht nicht nachvollziehbar. Eine Antwort auf seine Nachfrage, weshalb mit dem Parkhausbau nun andere Ziele verfolgt werden, bekam er auf der letzten Sitzung des Stadtbezirksbeirates Mitte nicht.     

Hinzu kommt: Für den Bereich des Bebauungsplanes Friedrich-Ebert-Straße sowie im Umfeld des Bauvorhabens gibt es bis zum heutigen Tag keine aktuellen und damit belastbaren Erhebungen zum Parkverhalten und zum Kfz-Bestand der Anwohner.   

Außerdem: „Das Lärmschutz-Gutachten dürfte damit fehlerhaft sein, denn indem nun das Parkhaus vor allem öffentliche Stellplätze bereithält, erhöht sich die Anzahl der Umlaufbewegungen hinsichtlich der Einfahrt in und bei Fahrt aus dem Parkhaus signifikant,“ befindet Elschner. 

Zusammen mit den zwei Vertretern der SPD votierten die Grünen-Stadtbezirksbeiräte Tim Elschner und Alrun Tauché gegen die Vorlage. Die beiden Mitglieder des Beirates von der Links-Partei enthielten sich. Die beiden CDU-Vertreter stimmten der Vorlage zu.

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„Energie für die Zukunft mit Konzepten von gestern“

Unter dem Motto „Energie für die Zukunft“ startet heute das ostdeutsche Energieforum in Leipzig. Schirmherr der Veranstaltung ist der Bundeswirtschaftsminister.

„Die von der Bundesregierung eingeleitete Energiewende wird sich sowohl auf die privaten Haushalte, den Mittelstand als auch die großen Unternehmen auswirken. Die Realisierung des ehrgeizigen Vorhabens, welches beispielsweise die Abschaltung alle deutschen Kernkraftwerke bis 2022 beinhaltet, wirft dabei zahlreiche Fragen auf“, steht im Einladungstext der Veranstaltung, doch keine der aufgeworfenen Fragen wird mit einer umfassenden Lösung für die Zukunft beantwortet.

„Der Klimawandel, die Notwendigkeit regenerativer Energieversorgung, der demographische Wandel und die sich grundlegend verändernde Lage von Wirtschaft und Arbeitsmarkt schließen ein ‚Weiter so’ aus. Zu lange wurde in enger Allianz führender politisch-wirtschaftlicher Kreise auf Kosten unserer Zukunft und oft auch der Menschen anderer Länder Politik gemacht. Damit müsste der Schwerpunkt des Ostdeutschen Energieforums deutlich stärker auch im Bereich der Energieeffizienz und im Bereich der Erneuerbaren Energien angesiedelt werden“; kritisiert Felix Ekardt, Professor für Klimapolitik und grüner OBM-Kandidat die Ausrichtung des Ostdeutschen Energieforums.

Bereits aus der Einladung und den Begleittexten wird deutlich, dass weiterhin verstärkt auf eine konventionelle Energiegewinnung etwa durch Braunkohleverstromung gesetzt wird, die mit einer echten Energie- und Klimawende unvereinbar ist. Ebenso soll der Gedanke klimagasfreier Kohlekraftwerke weiterverfolgt werden, obwohl die technische Machbarkeit selbst von den Energiekonzernen bezweifelt wird. Konzepte für eine dezentrale Stromversorgung, um die markbeherrschende Stellung der Oligopole zu brechen, fehlen gänzlich. Ebenso wird die Energiedebatte unzulässig auf Strom verengt, statt auch Wärme und Treibstoff konsequent einzubeziehen. „Dass Deutschland unverändert etwa zehnmal soviel Klimagase pro Kopf ausstößt, wie dauerhaft und global verträglich wäre, wird ignoriert“, kritisiert Felix Ekardt.

„Wir müssen in Deutschland endlich zu echten Klimagasreduktionen kommen. Bisherige Emissionsverringerungen waren im Wesentlichen bloße Rechentricks sowie bloße Emissionsverlagerungen für die Produktion unserer Konsumgüter in die Schwellenländer. Ein weiter so bei der Kohleverstromung etwa durch Beteiligung der Stadtwerke Leipzig am Projekt Profen darf es deshalb nicht geben“; so Ekardt weiter.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern perspektivisch die Nutzung von 100 % erneuerbaren Energien auch auf kommunaler Ebene in Leipzig. Dieses Ziel ergibt sich aus der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung in Verantwortung für die Zukunft und ist mittelfristig unumgänglich. Ein schnelles Vorangehen schafft Arbeitsplätze, macht unabhängig von Energieimporten, ermöglicht Selbstbestimmung und schafft Planungssicherheit. Dies zu erreichen bedarf einer enormen Anstrengung. Oberbürgermeister und Stadtrat müssen es als prioritäres Thema aufgreifen und in allen Lebensbereichen umsetzen. Dafür ist die Erstellung eines umfassenden und anspruchsvollen Energie-, Klima- und Verkehrsprogramms nötig, das zunächst den statistischen Energieverbrauch und die Klimagasemissionen jedes Leipziger Menschen in den Bereichen Ernährung, Mobilität, Wohnen, Freizeit sowie die anteilige Relevanz des Gewerbesektors identifiziert und darauf basierend eine umfassende Strategie und einen konkreten Zeitplan entwickelt. Den Kern bildet ein Bündel von Zielen, das zeigt, wie modernes Arbeiten und Leben in gegebenen ökologischen Grenzen ein Gewinn an Attraktivität für alle bedeuten kann.

Den Stadtwerken Leipzig fällt aus Sicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine Schlüsselrolle bei der Umstellung in den Bereichen Strom und Wärme zu.

Über die Stadt als Gesellschafter wäre zunächst eine umfassende Einbeziehung der Stadtwerke in das zu entwickelnde Energie- und Klimaprogramm nötig. Dabei sollte die Rolle der Stadtwerke als Energiedienstleister gestärkt werden. Dazu gehört auch eine Absenkung der Renditevorgaben für die Stadtwerke, die momentan eine Investitionstätigkeit im Bereich Erneuerbarern Energien unmöglich machen (z.B. Angleichen an die Renditevorgaben von KWL und LWB), um tatsächlich eine Orientierung an einer nachhaltigen Energieversorgung zu ermöglichen. Mittelfristig ist eine völlige Abkehr von fossilen Brennstoffen anzustreben sowie die Unabhängigkeit von Großkonzernen im Energiemarkt. Energiesparen und Energieeffizienz sollten Vorrang erhalten vor solchen Nutzungen erneuerbarer Energien, die zu Zielkonflikten führen (insbesondere vor Bioenergienutzungen aus für die energetische Nutzung angebauten Pflanzen). Bei den Stadtwerken sollte die Stelle eines Klimabeauftragten geschaffen werden, ebenso wie bei der Stadt selbst.

 

(download)
Leipzig-20120510-00389
Leipzig-20120510-00388

 

 

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Presseerklärung zum proklamierten Schuldenabbau bis 2037: Oberbürgermeister Jung erprobt sich als Titanic-Kapitän.

Grundsätzlich freuen wir uns, dass OBM Jung einen vollständigen Schuldenabbau ins Auge fassen möchte. Wir hoffen auch, dass dies mehr ist als Beruhigungspillen an die Adressen von Landesdirektion und Staatsregierung.

Leider aber führt die Politik von OBM Jung bis auf den heutigen Tag genau in die entgegengesetzte Richtung:

  • Mehrausgaben für die Kultur  bei gleichzeitig sinkenden Gesamteinnahmen der Stadt
  • Verschleppung von Verwaltungsinternen Kostenoptimierungen
  • Verkauf von profitablen Städtischen Unternehmen (Perdata, HL-Komm) soweit unter Wert, dass die eingesparten Zinsaufwendungen die entgangenen Gewinne bei weitem nicht kompensieren
  • zu teures und fantasieloses städtisches Bauen
  • und das Durchdrücken von Prestigeobjekten (Kongresshalle, Lindenauer Hafen) gegen alle wirtschaftliche Vernunft

sind hier einige Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit.

Auch die allereinfachste Grundlage für einen Schuldenabbau fehlt: Nämlich erkennbare Grundsätze für eine nachhaltige Haushaltsaufstellung. In der Vergangenheit ging man immer wieder bis zum Maximum des gerade noch möglichen Ausgabenvolumens. Und wenn man einmal alle unter Burkhard Jung verabschiedeten Konzepte, Entwicklungspläne usw. nebeneinander legt, dann  bräuchte die Stadt Leipzig, um sie alle auch nur annähernd umzusetzen, mindestens 50% mehr Einnahmen  – und die gibt auch das traumtänzerischste Szenario nicht her.
 
Finanzpolitik muss zuallererst den Gesetzen der Mathematik gehorchen. Wer sie als Wunschkonzert behandelt, steuert in den Schiffbruch - und eine wohlfeile Titanic-Kapelle, die auch auf dem sinkenden Schiff weiter spielt, findet sich in der Politik immer. Wir sollten uns eher um die Passagiere, die Bürger der Stadt, sorgen:  Denn viele Leipziger werden ohne Rettungsboot dastehen, wenn sich Kapitän Jung längst davon gemacht haben wird. Deshalb plädieren wir Grüne für das, was auch die Titanic-Passagiere gerettet hätte: Realismus und solide Arbeit anstelle von maximaler Geschwindigkeit.

Geht man von den bisherigen Erfahrungen aus, ist die heutige Erklärung von Jung nichts weiter als eine seiner vielen bunten Seifenblasen: Spätestens dann, wenn deren Umsetzung irgend jemandem weh tun könnte, wird wohl auch diese zerplatzen.

Wenn Herr Jung sein Ansinnen jedoch tatsächlich ernst meinen sollte, dann ist das jetzt eine prima Gelegenheit, endlich unsere vielen Anregungen aufzugreifen, Leipzig in eine nachhaltige Finanzpolitik zu führen.
Im Einzelnen sind dies bisher:

  • Die Einführung eines Kostenrechnungs- und Controllingsystems in der Verwaltung
  • Die prozentuale Deckelung der Kulturausgaben
  • Die Öffnung der betonierten Bauämter für preiswertes und energieeffizientes Bauen
  • ein Nachhaltiger Umgang mit den Städtischen Unternehmen
  • die ernsthafte Umsetzung der (sogar gesetzlich verankerten) Grundprinzipien transparenter Haushaltswirtschaft
  • Die Einführung einer echten strategischen Haushaltsplanung unter Einbeziehung des Stadtrates

Wir bieten dem OBM und allen Ratsfraktionen eine konstruktive Zusammenarbeit in dieser zweifellos schwierigen und langwierigen Aufgabe an. Nur sollte dabei wirklich etwas mehr herauskommen als unverbindliche Lippenbekenntnisse oder undurchführbare Fantasien.

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Posted by juergenkasek